Logistikzentrum wächst

Haiterbacher Firma Schuon eröffnet größte Baustelle im Landkreis Calw

Haiterbach/Waldachtal. Der Neubau im interkommunalen Gewerbegebiet von Haiterbach und Waldachtal ist vor allem für die Koch, Neff & Oetinger Verlagsauslieferung (KNO VA) in Stuttgart wichtig, wie deren Logistik-Leiter Helmut Eifert erklärte. Das Unternehmen gewinne dadurch an Flexibilität. Im Schuon-Logistikzentrum wird die Zahl der Paletten-Stellplätze von 35 000 auf 100 000 verdreifacht. Hinzu kommen weitere 50 000 Paletten-Stellplätze in angemieteten Hallen und Kundenhallen in Haiterbach und Seebronn. Nach 14 Wochen, also im Herbst, will Schuon Logistik in den neuen Hochregalen schon Waren einlagern.

Die Regale haben dann eine Länge von insgesamt 60 Kilometern. Täglich rollen bereits über 30 Lastzüge vom Hof des Logistikzentrums, das seit 1999 in Betrieb ist. "Als Unternehmer muss man Visionen haben", betonte Geschäftsführer Horst Schuon. Die zügige Arbeit der Bauunternehmen und Lieferanten stimme ihn sehr optimistisch mit Blick auf den engen Zeitplan, den man sich gesteckt habe. Wichtig sei auch, dass ihm sein Bruder Willi Schuon im operativen Geschäft den Rücken für strategische Entscheidungen frei halte. In der Kaltenbach-Gruppe aus Dornstetten fand der Geschäftsführer eine Mitstreiterin, die bereit war, in das Großprojekt zu investieren. Deren Geschäftsführer Walter Kaltenbach sprach von einer "sehr fairen Zusammenarbeit". Bauherrin ist die IMMO Haiterbach GmbH, an der die Dornstettener Unternehmerfamilie beteiligt ist. KNO VA macht sich wie viele andere Kunden, darunter "Kühne+Nagel", Rieker, Fischer oder Häfele, seit langem die über 20-jährige Logistik-Erfahrung der Familie Schuon zu nutze.

Künftig werde das Unternehmen, das sich auf die Auslieferung von Büchern und anderen Verlagsprodukten spezialisiert hat, noch enger mit den Haiterbacher Logistikern zusammen arbeiten, betonte Helmut Eifert. "Das ist für uns eine sehr wichtige Partnerschaft." Trotz dieser Verlässlichkeit gehöre Mut und Risikobereitschaft zur Realisierung der vor zwei Jahren genehmigten Pläne. Die bebaute Fläche, erläuterte Architekt Hartmut Theurer aus Pfalzgrafenweiler, sei größer als der Haiterbacher Sportplatz. Der Neubau mit 20 Metern Höhe entspreche einem siebenstöckigen Wohnkomplex. Das Volumen von 200 000 Kubikmeter umbautem Raum komme 20 Einfamilienhäusern gleich. Gemeinderat, Verwaltung und Baubehörde hätten für eine reibungslose Genehmigung gesorgt, lobte Theurer. Für ihn persönlich ist das Bauvorhaben das höchste seiner Architekten-Laufbahn. Gleich nach dem Spatenstich werden 1400 Kubikmeter Beton und 160 Tonnen Baustahl in der Bodenplatte verarbeitet.

Auf dem Flachdach des Gebäudekomplexes wird eine Photovoltaikanlage installiert, die mit 750 Kilowatt-Peak (kWp) Leistung einem kleinen Kraftwerk entspricht, das jährlich bis zu 6,75 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren kann. Eine weitere Besonderheit des Logistikzentrums ist die Kantine, durch deren Mitte die Grenze zwischen den Landkreisen Calw und Freudenstadt verläuft.

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